Am 9. Mai 1876 nahm Nicolaus August Otto in Köln erstmals seinen Viertaktmotor in Betrieb – ein Moment, der die Mobilität für immer verändern sollte. 150 Jahre später sitzt das Team NAOB im Labor und arbeitet an einem Fahrzeug, das mit Wasserstoff fährt. Irgendwie passt das. Vor allem, weil das Team von der Schule ist, die seinen Namen trägt: das Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg (NAOB).
Der H₂-Runner – so heißt das Brennstoffzellenfahrzeug des NAOB – wird derzeit auf den Shell Eco-Marathon 2026 vorbereitet. Der Wettbewerb findet Ende Juni auf dem Silesia Ring in Polen statt. Wie jedes Jahr gibt es auch diesmal wieder ein paar neue Regeln und zusätzliche Sicherheitsvorgaben, auf die sich das Team einstellen muss. Deshalb wird geprüft, angepasst und getestet: Bauteile werden kontrolliert, neue Mitglieder eingearbeitet und offene Baustellen Schritt für Schritt abgearbeitet – parallel zum ganz normalen Schulalltag.
Unterstützt werden wir in diesem Jahr von der ADAC Nordrhein Stiffung , eine Stiftung, die sich für die Förderung von Verkehrssicherheits- und Mobilitätsprojekten sowie für soziale und gemeinnützige Aktivitäten in NRW engagiert. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Stiftung.

Was das Fahrzeug antreibt, basiert im Grunde auf einem anderen technischen Prinzip als dem, das Otto damals entwickelt hat: keine Verbrennung, keine Kolben, keine Abgase. In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser – dabei entsteht elektrische Energie, die einen Elektromotor antreibt. Kein Lärm, kein CO₂, nur Wasserdampf. Technisch gesehen ist das eine völlig andere Welt als 1876. Der Grundgedanke dahinter bleibt jedoch ähnlich: Energie möglichst sinnvoll und effizient nutzen.

Eins macht uns besonders: Wir sind das einzige Berufskolleg Deutschlands, das in der Brennstoffzellenklasse des Shell Eco-Marathons antritt. Die Konkurrenz kommt überwiegend von Universitäten und Fachhochschulen aus ganz Europa. Dass Berufsschüler:innen dort Jahr für Jahr mithalten, zeigt, was hier möglich ist.

Und genau das ist auch der Gedanke hinter der Fachoberschule für Technik. Nicht nur wissen, wie etwas funktioniert – sondern es auch hinkriegen. Otto hat 1876 nicht einfach eine Idee gehabt und es dabei belassen. Er hat so lange weitergemacht, bis es funktioniert hat. Das Team NAOB macht das heute genauso. Nur dass am Ende kein Rauch aufsteigt, sondern Wasserdampf.