Am vergangenen Dienstag, dem 24.02.2026, fand der alljährliche Paxistag der BKF-Mittelstufe des Nicolaus-August-Otto-Berufskollegs (NAOB) in Köln-Rodenkirchen statt. Die Firma KUNO Betonpumpen stellte hier freundlicherweise ihr Gelände zu Verfügung.
Der BKF-Praxistag ist eine Art Prüfungs-Simulation, bei der wir Auszubildenden des Bildungsganges Berufskraftfahrer:innen uns selbst an verschiedenen Stationen gegenseitig praktisch abprüfen. Eindrücke von diesem Tag könnt ihr hier haben:

Gegen 7:30 Uhr traf ich mit meinen Kollegen von der WUPSI auf dem Gelände ein, die nahmen mich freundlicherweise mit. Nachdem wir den Bus abgestellt und geparkt hatten, konnten wir uns erstmal umsehen, wir schauten uns, neugierig wie wir sind erstmal etwas um und begrüßten erstmal die schon anwesenden Lehrkräfte und anderen Schüler. Im Verlauf trudelten nach und nach die restlichen Schüler ein, die vereinzelt auch LKWs mitbrachten um an diesem Tag eine möglichst große Vielfalt zu zeigen. Gegen 8:30 Uhr waren nun endlich alle LKWs und Schüler anwesend, so konnte der Tag endlich richtig beginnen. Wir starteten mit einer kurzen Begrüßung aller Anwesenden und der Erklärung wie der Tag im Groben verlaufen wird.
In den Schulstunden zuvor hatten wir die einzelnen Stationen bereits zugewiesen bekommen und auch erarbeitet. Ziel war es einen Prüfbogen zu entwerfen, Informationen zu sammeln und diese dann in die Station mit einzubauen. Die Stationen waren so aufgebaut das die Mitschüler die Möglichkeit hatten, an den Stationen das jeweilige Thema prüfungsnah zu üben, um so ein laues Gefühl zu bekommen, wie eine Zwischenprüfung oder sogar die Abschlussprüfung aussehen könnte.

Nach der Begrüßung bekamen wir erst einmal Zeit, uns mit dem jeweiligen Fahrzeug vertraut zu machen und die wichtigsten Informationen aus der Bedienungsanleitung und dem Fahrzeugschein zu schreiben. Dafür bekamen wir ein Formular zum Ausfüllen. Anschließend bereiteten wir die Station vor und gingen die Station einmal so durch wie wir diese gestaltet hatten. Wir klärten letzte Unklarheiten und fühlten uns nun bereit für den Tag. In diesem Moment erinnerte ich mich das wir nach der Hälfte der Zeit wechselten und dann den Spieß umdrehten und selbst zum „Prüfling“ werden. Das konnte ich aber schnell verdrängen und ich konzentrierte mich wieder auf die Aufgabe die wir hatten. Wir mussten auch nicht lange warten da kamen die ersten die Station hinter sich zu bringen. Gegen 12:00 Uhr machten wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich Pause. Nun bereiteten wir uns auf die Gegenseite gedanklich vor.

In diesem Zusammenhang möchten wir uns bei allen Firmen bedanken, die sowohl Fahrzeuge als auch zum Teil Ausbilder stellten, um den Tag so zu ermöglichen.

Technische Betriebe Leverkusen: https://www.tbl-leverkusen.de/
Das Fahrzeug MAN TGS Absetzkipper hatte einige besondere Merkmale an der Federung sowie an der Dämpfung, die Besonderheiten der Federung waren bspw., dass die hintere Achse luftgefedert war und die vordere Achse eine Blattfederung hatte. Deshalb war dieses Fahrzeug optimal geeignet für unsere Station, da wir die Prüflinge auch testen konnten, ob sie den Unterschied erkennen. Hauptmerkmale waren an der Hinterachse bspw. die Luftbalge, womit man die Achse hoch und runter pumpen konnte. An der vorderen Achse war die Blattfederung ein erhebliches Merkmal, die aus Federblättern, Federherz, Federaugen und Federbolzen bestand. Außerdem war jede Achse mit einem Stoßdämpfer versehen, der für die Dämpfkraft sorgt, Widerstand aufbaut sowie gegen Ein- und Ausfedern hilft. Die hintere luftgeferdete Achse war hauptsächlich durch die vier Federbälge zu erkennen, und konnte mit einer Fernbedienung durch das Druckluftsystem gesteuert werden. Mittlerweile sind die meisten Fahrzeuge komplett mit einer Luftfederung ausgestattet, da diese anpassbar ist und auch besser und bequemer federt. Die Blattfedern sind bei alten LKW noch vorhanden, deshalb war es super, den Unterschied auch mal in der Praxis zu sehen. Die Blattfedern sind auch wartungsärmer und nicht so kostenintensiv, sie stellen jedoch eine erhebliche Belastung für Fahrer und Fahrzeug dar.
Im Vorfeld haben alle Azubis zu ihrer Station einen Prüfbogen erstellt, um ein geregelten Ablauf der Prüfung zu haben. Am Prüfungstag wurden die Azubis durch uns selbst geprüft. Durch gezielte Fragen konnten wir als Prüfer auch Hilfestellung geben, jedoch war es von Vorteil, wenn der Prüfling selbst direkt etwas zum Thema Federung und Dämpfung erzählen konnte und evtl. auch direkt den Unterschied zwischen der vorderen und hinteren Achse festgestellt hatte.
Bereitstellung des LKW: EDEKA


Bericht Ziel der Station war, sich als eingesetzte Prüfer und Prüferinnen mit dem Thema Beleuchtung, Spiegel, Sicht (Scheiben, Scheibenwaschanlage) möglichst tief auseinander zu setzen, um das Thema in der Zwischenprüfung zu beherrschen. Es wurden Prüflisten erstellt, anhand derer man die Auszubildenen abprüfen kann zu dem Thema, welche vorgeschriebene Beleuchtung am Fahrzeug angebracht sein muss laut Gesetz. Oder wie viele Spiegel. Darüber hinaus gehören zu allen Themen Kontrolle, Wartung, Reinigung und bei Fehlererkennung eine Ahnung, welche Maßnahmen man ergreifen muss. Also zum einen das Pflichtwissen aller Berufskraftfahrer:innen bei einer Abfahrtkontrolle und zum anderen noch allgemeine Fachbegriffe und Fachwissen zu den Themen.
Bereitstellung des LKW + Anhänger: Deutsche Post

Triebwagen
Anhänger
Bericht
Als erstes sind wir mit den Prüflingen das Thema Lenkung durchgegangen. Es ging um die Sichtprüfung, Wartung und Pflege.
Wir wollten von den Prüflingen wissen, welche Komponenten der Lenkung man als BKF per Sicht kontrollieren kann + was man selbst machen kann, um sicherzugehen, dass die Lenkung einwandfrei funktioniert + wie man sich verhält, wenn man feststellt, dass etwas mit dem Lenksystem nicht einwandfrei funktioniert. Zusätzlich haben wir noch abgefragt, ob die Prüflinge die Bauteile des Lenksystems kennen (Lenkrad, Lenkstange, Lenkzylinder etc.). Dadurch, dass viele Unternehmen das Kippen des Führerhauses untersagen, sowie wir die Prüflinge auch nicht mit dem LKW anfahren gelassen haben, konnten wir natürlich nicht alles bei diesem Thema kontrollieren.
Weiter ging es hinten mit dem Thema Verbindungseinrichtung zwischen Triebwagen und Anhänger. Hier wollten wir wissen, worauf man beim Verbinden des Anhängers achten muss, wie man die Schläuche korrekt anschließt und wie man den Anhänger - beim An- oder Abkuppeln - richtig sichert. Wie auch oben beschrieben, konnten wir nach dem ankuppeln auch keine Bremsprobe machen (wäre auch sehr unwirtschaftlich bei dieser Häufigkeit). Es war uns wichtig, dass darauf geachtet wurde, dass zwischen Fangmaul und Zugöse keine Beschädigungen oder große Verschmutzungen vorzufinden waren, sowie die Kabel keine äußerlichen Beschädigungen aufweisen und die Anschlüsse frei von Schmutz sind. Wir haben das Ankoppeln des Anhängers einmal vor allen Teilnehmern vorgeführt und dabei erklärt, in welcher Reihenfolge man an- und abkoppelt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die meisten beim Thema Verbindungseinrichtung schon gut informiert waren, was darauf zurückzuführen ist, dass schon sehr viele Teilnehmer den CE Schein haben und man dies also schon sehr ausführlich in der Fahrschule hatte. Mit den Ergebnis vom Thema Lenkung waren wir auch überwiegend zufrieden, was den Wissensstand betraf.



